Rennradfahren und Prostata –
verträgt sich das?

Sattel, PSA und die wichtigste Frage: Darf die Prostata mitfahren?

Die kurze Antwort: Ja.
Rennradfahren und Prostata vertragen sich in der Regel sehr gut.

Auch wenn der Sattel nach einer langen Ausfahrt manchmal etwas anderes behauptet: Es gibt keine überzeugenden Hinweise darauf, dass Rennradfahren der Prostata schadet oder das Risiko für Prostatakrebs erhöht.

Was allerdings passieren kann: Nach vielen Kilometern meldet sich nicht unbedingt die Prostata. Sondern eher der Dammbereich. Also die Region zwischen Hoden und After, die auf dem Sattel ordentlich Druck abbekommen kann.

Typische Folgen können sein:

  • Druckgefühl
  • Taubheit
  • Kribbeln
  • Sitzbeschwerden
  • ein unangenehmes Gefühl nach längeren Touren

Das ist nicht schön. Aber meistens auch kein Grund zur Panik.

Wenn der Sattel meckert, ist oft die Einstellung schuld.

Gerade beim Rennrad sitzt man sportlich. Viel Gewicht liegt auf wenigen Kontaktpunkten. Wenn Sattel, Sitzhöhe oder Position nicht passen, kann der Druck im Dammbereich steigen.

Die gute Nachricht: Häufig lässt sich das gut verbessern.

Zum Beispiel durch:

  • einen passenden Sattel
  • eine gute Sitzposition
  • regelmäßiges Aufstehen aus dem Sattel
  • eine hochwertige Radhose
  • eine professionelle Bikefitting-Beratung

Kurz gesagt: Nicht jedes Ziepen ist gleich ein urologisches Drama. Manchmal ist es einfach ein nicht optimaler Sattel.

Und was ist mit dem PSA-Wert?

Jetzt wird es für die urologische Vorsorge interessant.

Der PSA-Wert ist ein Blutwert, der Hinweise auf Veränderungen der Prostata geben kann. Er wird zum Beispiel im Rahmen der Prostatakrebs-Früherkennung oder bei der Kontrolle auffälliger Befunde bestimmt.

Intensive körperliche Belastung kann den PSA-Wert kurzfristig beeinflussen. Dazu gehört auch eine längere oder sehr sportliche Rennradrunde.

Unser Tipp für alle, die zur PSA-Blutentnahme kommen:

Bitte 24 bis 48 Stunden vorher keine große Rennradrunde einplanen.

Nicht, weil Radfahren gefährlich wäre. Sondern weil ein kurzfristig veränderter PSA-Wert unnötig verunsichern kann.

Oder anders gesagt: Erst Blut abnehmen lassen. Dann ballern.

Wann sollte man urologisch draufschauen lassen?

Wenn Beschwerden nach dem Radfahren nur kurz auftreten und durch Sattel oder Sitzposition besser werden, ist das meist unkritisch.

Abklären lassen sollten Männer Beschwerden aber, wenn sie länger anhalten oder immer wieder auftreten. Zum Beispiel:

  • anhaltende Taubheit
  • Schmerzen im Dammbereich
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Blut im Urin
  • Beschwerden im Hodenbereich
  • Erektionsprobleme nach dem Radfahren

Dann gilt: Nicht googeln, nicht Chatty nerven, nicht aussitzen, nicht tapfer ignorieren. Einfach urologisch abklären lassen.

Rennradfahren ist nicht das Problem. Bewegung ist eher die Lösung.

Regelmäßiger Sport tut Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und allgemeiner Gesundheit gut. Rennradfahren ist Ausdauertraining, Kopf-frei-Macher und manchmal auch Therapie auf zwei Rädern. Die Prostata darf dabei ganz entspannt mitfahren.

Wichtig ist nur: Der Sattel sollte passen. Mögliche Beschwerden sollten ernst genommen werden. Und die PSA-Kontrolle sollte nicht direkt nach der 100-Kilometer-Runde stattfinden.

urodock unterstützt Team Rynkeby

Und weil wir bei urodock nicht nur über Gesundheit sprechen, sondern sie auch leben, unterstützen wir mit Überzeugung Team Rynkeby.

Team Rynkeby ist ein internationales Charity-Rennradprojekt. Jedes Jahr fahren Radfahrerinnen und Radfahrer gemeinsam nach Paris, um Spenden für schwerkranke Kinder und ihre Familien zu sammeln.

Das ist sportlich stark. Menschlich noch stärker.

Mehr als 2.000 Fahrerinnen und Fahrer, Hunderte Helferinnen und Helfer, viele Teams, ein großes Ziel: Kindern und Familien helfen, die Unterstützung besonders dringend brauchen.

Dafür treten wir gern mit an. Nicht immer im Sattel. Aber mit voller Überzeugung.

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